Gedanken zu Tier- und Menschenfreunden

Dieser Frühling steht neben den Kundenshootings ganz im Zeichen der Weiterbildung im Bereich Pferdefotografie und die Zeit verging bisher wie im Flug. Ich habe in den letzten Wochen so viele nette und talentierte Menschen kennen gelernt oder wieder getroffen – neue Eindrücke und Erfahrungen gesammelt – das muss ich erst einmal alles verarbeiten. Diese so unterschiedlichen Erfahrungen haben mir wieder einmal gezeigt, dass es sehr viele Wege gibt um im Sinne des Hundes oder Pferdes zu handeln und mit Ihm als Partner glücklich zu werden. Die Fotografie bringt die schöne Begleiterscheingung mit sich dass man Persönlichkeiten kennen lernt die man sonst nie getroffen hätte.

Hero mit Hengst Choco

Den Anfang der Workshopsaison machte der Workshop von Matthias Schotthöfer und Melanie Mel Mauro bei der außergewöhnlichen Hero Merkel. Ich bin immer noch hin und weg von der Vielfalt die Hero uns Fotografen geboten hat. Mit den unterschiedlichsten Pferden und Ihrer positiven Ausstrahlung war es eine Freude sie mit der Kamera über den Tag begleiten zu dürfen. Das Repertoire von Hero ist wahnsinnig umfangreich. Von der Freiheitsdressur über das Reiten im Damensattel oder Ihre wahnsinnigen Stunts – und immer ein Lächeln auf dem Gesicht. Da schlägt das Pferde- und das Fotografenherz höher und ich hab mich riesig gefreut auch die Pferdebegeisterte Familie hinter Hero kennen lernen zu dürfen. Von der Oma bis zur Enkelin sind alle total infiziert und super sympathisch. Vielen lieben Dank für Eure Gastfreundschaft!

Rugged in Gold

Auf den nächsten Workshop bei Carina Maiwald hatte ich mich schon lange gefreut und hier wurden meine Erwartungen absolut übertroffen. Wir sind auf der Hengststation Steinsberg bei Corinna in eine ganz andere Welt eingetaucht und man hat sofort gespürt dass es sich hier nicht um eine kommerzielle Maschinerie handelt, sondern dass hier das Wohl der Pferde im Vordergrund steht. Natürlich müssen die Hengste ihre Leistung bringen aber nicht um jeden Preis und nicht mit jedem „Hilfs“-Mittel, wie es leider so oft der Fall ist. Diese außergewöhnlichen Hengste haben das große Glück dass sie bei echten Pferdemenschen leben, die auf das Wohl ihrer wertvollen Tiere achten. Was gibt es schöneres als einen solchen Traumhengst zu beobachten wenn er über die Koppel brettert? Vielen Dank noch einmal speziell an Corinna und Sandy!

Tanja & Estella

Ja und dann stand auch schon der Fotografenstammtisch von Sabrina Mischnik und Katharina Dick an. Für mich eine absolute Herzensangelegenheit. Den Weg der Mädels von Nativehorse verfolge ich bereits schon länger. Letztes Jahr hatte ich dann das Glück Tanja, Bettina und Estella persönlich kennen zu lernen und fotografieren zu dürfen. Diese erneute Gelegenheit wollte ich mir natürlich auf keinen Fall entgehen lassen, zumal ich bei diesem Fotografentreffen wieder nette gleichgesinnte kennenlernen konnte. Wenn ich an Nativehorse denke kommt mir eigentlich nur ein – nein eigentlich sind es drei Worte – in den Sinn:

Urvertrauen – Freundschaft – Spaß

Ich finde es unglaublich wie weit die Mädels mit Ihrer Arbeit gekommen sind und ich bin davon überzeugt dass dieser Weg noch lange nicht zuende ist. Bevor ich sie getroffen habe war ich noch skeptisch ob das so klappt mit dem Bremsen ohne alles, frei auf eine Horde Fotografen zugaloppierend. Inzwischen habe ich es hautnah erlebt und ich muss sagen, Tanja hat ihr Pferd im Gelände (mit Halsring) wesentlich sicherer im Griff als so mancher Reiter mit Sattel und Trense… Die Bindung zwischen ihr und Estella ist wirklich wahnsinnig.

Caro vor vielen Jahren 😉

Ich bin nun ja schon ein paar Tage älter und meine reiterliche Grundausbildung in der Kindheit bestand aus Abteilungsreiten, und Leichttraben ohne Bügel mit einem 5 Mark-Stück zwischen Knie und Sattel. Mein erster Reitlehrer stand mit hochrotem Kopf schreiend in der Halle. Wenn Stroh im Schweif war musste man eine Runde zahlen… 😉  Ich bin klassisch mit dem Dressurreiten aufgewachsen. Freizeitreiten – oder Alternativen davon – war und ist in gewissen Kreisen immer noch verpönt, warum auch immer? Ich hab`s nie verstanden denn für mich war immer wichtig dass mein Pferd Spaß und Abwechslung bei der „Arbeit“ hat. Wir sind Springstunde geritten ohne Turnierambitionen zu haben und zur Entspannung ging es ins Gelände. Auch die Koppel halte ich für überaus wichtig. Ich bin überzeugt davon dass diese durch nichts zu ersetzen ist. Jedes Tier sollte die Möglichkeit haben sich frei austoben, ausbocken und bewegen zu dürfen.

Herzenspferd Kavalier

 

 

 

(verzeiht die Qualität dieser beiden Bilder, sie sind abfotografiert und schon seeeehr alt!)

 

 

Ich finde es faszinierend dass immer mehr junge Leute inzwischen auf eine ganz andere Art mit Ihren Pferden kommunizieren wie es in meiner Jugend vorwiegend üblich war. Klar gab es das schon früher, aber man hatte nicht so viele Möglichkeiten sich zu informieren. Ich hatte Glück, wir hatten in unserer Jugend sehr viele Freiheiten mit den Pferden und ja, auch wir sind ohne Sattel ins Gelände, haben Mondscheinritte und Schnitzeljagden gemacht, aber es hat sich ein Wandel vollzogen. Es gibt im Bereich Freiheitsdressur und Umgang mit dem Pferd viel mehr Möglichkeiten sich auszutauschen. „Parelli“ steckte in meiner Jugend gerade erst in den Kinderschuhen. Hier begrüße ich sehr den Fortschritt der Technik, der es mir erlaubt mich per YouTube & Co zu informieren und auszutauschen.

Leider hat dieser Fortschritt  auch eine negative Seite: In Zeiten von Facebook & Co fällt auf dass die Leute immer respektloser werden. Es gibt nur ein „Dafür“ oder ein „Dagegen“. Was früher hinter vorgehaltener Hand, hinter der Bande getuschelt wurde wird heute viral in der ganzen Welt verbreitet. Leute die mit Ihren Pferden frei arbeiten werden als „Spinner“ abgetan die ihr Pferd nicht „im Griff“ haben. Das ist ja verantwortungslos wie die ohne alles durch die Gegend reiten. Dressurreiter erreichen ohne eine „Rollkur“ nicht wirklich etwas und von Losgelassenheit haben sie keine Ahnung. Springreiter sind die, die Ihre Pferde immer noch barren … ach ja und die Westernreiter, die haben doch nur Interesse am Show machen, riesen Sporen und das wars auch schon …

Alle wollen so weltoffen sein und werden dabei immer kleinlicher, oder kommt das nur mir so vor?  Warum kann man nicht akzeptieren dass andere auch erstrebenswerte Ziele haben, obwohl sie einen anderen Weg wählen? Solange dieser im Sinne des Tieres ist, finde ich das absolut erstrebenswert und würde das eher als Inspiration sehen. Ich denke wir sollten sehr vorsichtig sein mit dem was wir online von uns geben, wenn wir die Hintergründe nicht kennen. Schön und gut, jeder hat seine eigene Meinung aber muss ich die denn jedem anders Gesinnten gleich um die Ohren hauen? Gerade deshalb freue ich mich immer sehr wenn ich auf Beiträge stoße die mir zeigen dass es nicht nur Tierfreunde sondern auch noch Menschenfreunde gibt 😉  

In diesem Sinne wünsche ich allen Tier- und Menschenfreunden viel „Urvertrauen – Freundschaft und vor allem Spaß“ mit Euren Tieren! Vergeudet Eure Zeit nicht mir kleinkarierten, beleidigenden Posts. Diese Zeit lässt sich wesentlich besser in die schönen Dinge des Lebens investieren 😉

Liebe Grüße

Eure Caro

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