Back to the roots… nicht einfach nur ein weiterer Workshop

Dieses Jahr ist schon wieder ganz schön viel los und ich komme kaum dazu meine sozialen Netzwerke zu pflegen und „up to date“ zu halten. Aber hey, ich kann mich nicht vierteilen und deshalb habe ich die Prioritäten auch etwas verschoben. Heute habe ich mir aber die Zeit genommen mal wieder etwas ausführlicher zu berichten da der letzte Workshop für mich irgendwie, wie soll ich sagen, anders war. 

Auch dieses Jahr habe ich schon Workshops und Fotografentreffen besucht. Dieser Input von Außen ist für mich extrem wichtig. Ich versuche schon aus eigenem Interesse immer etwas Abwechslung zu bekommen und die ganze Sache mit der Tierfotografie aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Ja, ich liebe die Tierfotografie, und ich könnte mich z.B. nie auf nur eine Art Tiere (nur Hunde oder nur Pferde) festlegen. Ich brauche die Abwechslung und dass meine Kunden aus den unterschiedlichsten Bereichen kommen macht mich sehr glücklich. Was ich allerdings nicht anbiete ist die begleitende Sportfotografie z.B., auf einem Turnier. Klar fotografiere ich ein Tier gerne mit seinem Besitzer beim Training, aber die Turnierfotografie ist wirklich nicht mein Steckenpferd. Umso mehr wird sich der ein oder andere wundern dass mein letzter Workshop ausgerechnet bei einer Koryphäe in der Pferdesportfotografie stattfand. 

Ausgeschrieben wurde dieser Workshop mit Jacques Toffi von der Zeitschrift St.GEORG. Dort konnte man sich für einen der begehrten Plätze bewerben und ich war sehr glücklich einen Platz bekommen zu haben. Wer ist den Jacques Toffi? Seine Bilder waren mir vor allem in der Zeit präsent als ich selbst noch Turniere geritten bin. Damals, also schon eine ganze Weile her 😉 Aus diversen Ausstellungen und Berichten ist er mir schon lange ein Begriff, aber seit ich selbst fotografiere recht weit aus meinem Blickfeld gerückt. Da ich persönlich sehr viel Bildbearbeitung betreibe und schon beim Fotografieren darauf achte dass die Location stimmt war ich sehr gespannt was mich da erwartet. Auf dem Turnier hat man ja nicht wirklich viele Möglichkeiten. Da ist der Pacours und so ist das Wetter… im schlimmsten Fall ist sogar vorgesehen wo man zu stehen hat. Da kann man nicht viel dran rütteln.

Der Workshop fand auf dem Haupt- und Landgestüt Marbach statt und wir waren eine überschaubare Gruppe von Fotografen. Die meisten waren selbst Pferdebesitzer die einfach Spaß daran haben ihre eigenen Tiere zu fotografieren und oder eben auf Turnieren Bilder zu machen. Voraussetzung um teilzunehmen war, dass man seine Kamera im manuellen Modus im Griff hat.  In der Theorie hat Jacques uns nun einiges zu seiner Vorgehensweise auf dem Turnierplatz erzählt und auch dazu wie er vor geht wenn er z.B. ein spezielles Pferd gezielt für eine Zeitschrift oder einen Katalog fotografiert. Da sein Hauptbereich in der dokumentarischen Fotografie liegt, kann und darf er gar nicht viel am Bild verändern, was bedeutet dass er höchstens mal den Bildausschnitt oder die Belichtung etwas anpasst. Ziel war also das perfekte Bild ohne Nachbearbeitung zu bekommen. Ich konnte es mir allerdings nicht bei allen Bildern verkneifen etwas nachzuhelfen 😉

Nachdem wir von der Gestütsleiterin begrüßt wurden durften wir uns dann in der Praxis, bei strahlendem Sonnenschein (was für uns Fotografen ja nicht wirklich prickelnd ist) mit dem Altwürttemberger Hengst Sadie versuchen. Jacques scherzte schon dass ihm persönlich ja ein Fuchs bei dem Licht lieber wäre 🙂 Aber einfach kann ja jeder. Während dieser Übung habe ich dann doch einige Tipps für die Fotografie bei diesen Lichtverhältnissen bekommen die mir in Zukunft sicherlich helfen werden. Wir wurden auch angehalten uns die Zeit zu nehmen und uns umzuschauen, den Blick für die Details zu schulen, nicht nur für das Tier selbst. Die Umgebung mit einzubeziehen, was ja wieder sehr mit meiner Art der Fotografie einher geht. 

Dann ging es zu den Araberstuten mit ihren Fohlen und natürlich waren wir alle hin und weg von den Zwergen. Auch dort hatten wir ausgiebig Zeit und Jacques hat geduldig alle Fragen beantwortet. Es sind so viele Bilder entstanden, ich bin immer noch nicht dazu gekommen alle genauer durch zu sehen. 

Auch hier werde ich evtl später noch das ein oder andere Bild von den Fohlen bearbeiten und. z.B. den Zaun entfernen. Das Folgende Bild ist mir sofort ins Auge gestochen und da mich der Grashalm im Gesicht gestört hat und ich das Fohlen während des fotografierens nicht stören wollte, habe ich diesen nachträglich entfernt. Wenn ich ich dann schon beim Bearbeiten bin werden auch die Farben etwas verändert um das Fohlen hervor zu heben. 

Nach der Mittagspause wurde uns der Araberhengst Musab ox (rein ägyptisch) vorgestellt. 

Den krönenden Abschluss machte der Schwarzwälder Hengst Marcellus. Jaaa, ein Fuchs und jaa ich liebe die schweren Rassen. 

Abschließend wurde eine Auswahl der erstellten Bilder begutachtet und besprochen. Was hätte man besser machen können u.s.w. Ich hatte das ja schon bei einigen Workshops aber die Meinung von Jacques zu hören war für mich wirklich sehr, sehr interessant und lehrreich. 

Ja, was war das besondere für mich bei diesem Workshop? Ich muss sagen ich war während des Fografierens schon lange nicht mehr so entspannt wie an diesem Tag. Ich hätte auch einfach da stehen können und Jacques stundenlang zuhören. Er hat so einen unendlichen Wissensschatz und eine sehr angenehme, ruhige Art. Etwas eigen und ganz anders als erwartet. Einer der sein Ding macht und zwar meistens nicht so wie die anderen es erwarten. Einer der weiß was er wert ist und aus der Reihe tanzt um dann wieder ganz unauffällig in der Menge zu verschwinden. 

Für mich war dieser Workshop deshalb so interessant weil er mich einfach wieder etwas aus diesem Hype heraus gerissen hat, immer spektakulärer, immer höher, immer weiter… Natürlich liebe ich außergewöhnliche Locations mit außergewöhnlichen Menschen und Tieren und es steht auch schon ein neues Projekt in diese Richtung an. Darauf möchte ich auf keinen Fall verzichten. 

ABER – das ist nicht der Alltag und ich möchte auch die Kunden glücklich machen die einfach schöne Bilder von Ihrem Tier haben möchten. Vielleicht ist das Tier blind oder taub und kann nicht mehr an einer spektakulären Location stehen. Die Erfahrung hat gezeigt dass sich gerade diese Tiere tief in mein Herz geschlichen haben. Von Außen betrachtet ist es vielleicht ein Bild das nichts besonderes ist, aber glaubt mir ich hatte die Chance jedes dieser Tiere kennen zu lernen und jedes davon ist einzigartig und hat es verdient in den Vordergrund gestellt zu werden, auch in ganz stillen Momenten, ohne Schnickschnack. Natürlich werde ich weiterhin meine Bilder mit Photoshop bearbeiten. Eine störende Zaunlitze oder ein ungünstiger Grashalm wird von mir entfernt. Das ist genau das was mir Spaß macht, die Abwechslung denn bei so vielen unterschiedlichen Charakteren und Motiven wird es nie langweilig 😉  

In diesem Sinne: Grüßt mir Eure Fellnase und habt einen schönen Tag!

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