Spiegelshooting

Wellness Katze – Entspannung für die Samtpfote

Die liebe Sevi von https://www.severinarothfotografie.de/ stellt in ihrer Workshopgruppe hin und wieder eine Aufgabe, die jeder auf seine eigene Weise umsetzen kann. Das ist immer sehr interessant da die Ergebnisse so unterschiedlich wie die Personen dahinter sind. Im März hatte sie vorgeschlagen einen Spiegel in ein Bild einzubeziehen. Ich musste wirklich lachen da ich zwei Wochen zuvor einen günstigen Spiegel in der Schnäppchenecke eines Möbelhauses mitgenommen hatte. 90% meiner Bilder entstehen draußen, da das Wetter zu dieser Zeit aber wirklich sehr bescheiden war, hab ich mir eine Alternative überlegt. Natürlich sollte es ein Katzenfoto werden, denn der Spiegel ist nicht all zu groß.

Wer mir schon länger folgt weiß dass für solche „gestellten“ Bilder meist unser Kater Pablo herhalten muss. Er ist der kooperativste für solche Shootings. Man könnte meinen unsere Hündin Amy ist leichter zu dirigieren, was auch stimmt, aber wenn Amy die Kamera sieht macht sie ein Gesicht wie 7 Tage Regenwetter. Langsam wird sie zur Omi und findet solche Aktionen nicht mehr ganz so prickelnd. Mit ihr sind Outdoor Bilder wo sie sich frei bewegen kann einfach besser umsetzbar. Pablo dagegen hat Freude daran wenn er eine extra Portion Zuwendung und Bierschinken bekommt. 😋 Ich hab mir Gedanken gemacht, welches Motiv ich mit ihm umsetzen könnte. Beim Bad putzen kam mir dann die Idee dass wir ein Badewannenshooting machen könnten. Mir war durchaus bewusst dass das eine Herausforderung werden würde. Vorgestellt hab ich mir das Bild ungefähr so:

Bitte entschuligt, meine Zeichenkünste sind sehr rudimentär! 😅

An besagtem Tag war es wirklich Schmuddelwetter draußen und ich hab spontan „das Set“ aufgebaut auch wenn die Lichtverhältnisse etwas schwierig waren. Wir haben eine Abdeckung auf der Badewanne die es erlaubt dass Pablo darauf sitzt oder liegt ohne Gefahr zu laufen ins Wasser zu fallen. Gegenüber habe ich den Spiegel entsprechend plaziert. Zur Beleuchtung hab ich das vorhandene Licht im Bad und eine Softbox von schräg oben verwendet. Dann hieß es Wasser marsch und erst mal Pablo rufen. Er kam auch gleich sehr neugierig an und ist hinter der Badewanne auf die Ablage gesprungen. So richtig geheuer war ihm das laufende Wasser in der Wanne nicht. Da wir nicht wirklich oft baden, kannte er diesen Zustand der Wanne nicht. Zuerst hat er sich nur mit den Vorderpfoten auf den Rand gewagt aber mit Hilfe von Bierschinken haben wir es dann doch geschafft dass er an den gewünschten Platz gesprungen ist.

Gar nicht so einfach, erst einmal hat er sich hinter der Badewannenabdeckung versteckt.

Bei den ersten Testbildern ist dann ein neues Problem aufgetreten: Ich fotografiere meine eigenen Tiere in der Regel alleine, stehe vor ihnen und spreches sie an um ihren Blick einzufangen. Nun stand ich aber quasi neben Pablo und er sollte nach vorne in den Spiegel schauen und nicht in die Kamera. Das war echt eine Herausforderung. Ihr wollt nicht wissen wie viel Bierschinken im Badewasser, auf dem Spiegel oder hinter dem Spiegel gelandet ist… 🙈

Die nächste Herausforderung bestand darin, den Winkel zum Spiegel so zu erwischen dass man mich, bzw. meine Kamera nicht im Spiegel sieht. Das geht ganz gut wenn man mit Personen arbeitet die sich flexibel hin und her bewegen können, wird aber schwierig wenn man schon froh ist dass der Kater gerade nett drein guckt und sitzt. 😅

Die Zeit für ein solches Shooting ist sehr begrenzt. Wenn das Tier keine Lust mehr hat ist das ganze beendet. Ich zwinge kein Tier dazu länger durch zu halten als es mir anbietet und war mega stolz auf unseren Großen. Er hat das super gemeistert, anfangs war er skeptisch und zum Schluss hat ist er entspannt auf seinem Platz gesessen, sich geputzt und auch hingelegt.

Ja, meine Vorstellung konnte ich ungefähr umsetzen. Meine Tiere halten mir allerdings immer wieder vor Augen, dass ein Ergebnis nicht unbedingt schlechter werden muss wenn man flexibel bleibt und sich der Situation anpasst. Wenn man gelassen bleibt eröffnen sich manchmal ganz tolle Motive! So ist dies eins meiner Lieblingsbilder geworden:

Die überaus entspannte Wellnesskatze. 😀

Und dies ist das eigentlich erwünschte Ergebnis:

Und wenn wir schon dabei waren habe ich natürlich auch noch ein Bild ohne Spiegel gemacht.

Solche kleinen Projekte machen mir sehr viel Spaß und ich freue mich besonders wenn die Anregung von außen kommt. Natürlich benötigt man dafür Zeit und Muße aber es bringt Abwechslung, Freude und erweitert den Horizont. Ich habe eine Liste, in die trage ich alles ein was mir einfällt. Ich versuche auch regelmäßig davon etwas umzusetzen. Gerade wenn man das Gefühl hat in einem kreativen Loch zu stecken ist das super hilfreich.

Weitere Katzenbilder findest du in meiner Galerie:

https://www.carolinburgert.de/galerie/stubentiger-katzenfotograf/

In diesem Sinne, bleib kreativ und herzliche Grüße!

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